Die Reaktivierung der Ratinger Weststrecke für den Personenverkehr nimmt konkrete Formen an. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und die Deutsche Bahn haben eine Planungsvereinbarung unterzeichnet. Für Pendler zwischen Düsseldorf, Duisburg und Ratingen rückt eine neue S-Bahn-Verbindung damit ein Stück näher – auch wenn bis zur ersten Fahrt noch Jahre vergehen dürften.
Meilenstein für die Region: Planungsvereinbarung unterzeichnet
Ein entscheidender Schritt ist geschafft: Der Verkehrsverbund Rhein-Rhein (VRR) und die DB InfraGO haben die Planungsvereinbarung für die Leistungsphase 1+ nach HOAI unterzeichnet. Damit wird die Bahn offiziell beauftragt, die Strecke und die dazugehörigen Bahnhöfe baulich zu planen. Eine bereits vorliegende Machbarkeitsstudie hatte die grundsätzliche Umsetzbarkeit des Vorhabens bestätigt. Nun sollen konkrete Konzepte entwickelt und die notwendigen Investitionen beziffert werden.
Die Vereinbarung umfasst nicht nur die klassische Bestandsaufnahme, sondern greift bereits in Teilbereiche der Leistungsphase 2 vor. Kernstück ist die sogenannte Bestandsmodellierung: Mithilfe der BIM-Methode (Building Information Modeling) entsteht ein digitales 3D-Modell, das geometrische Daten, Kosten, Termine und technische Anlagen zusammenführt. Bei der DB InfraGO ist BIM Planungsstandard; das Modell soll helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen und den späteren Bauprozess effizienter zu steuern.
„Aus einem Gedankenspiel wird nun endlich ein konkretes Bauprojekt“, sagt der Ratinger CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Jan Heinisch. „Wir als CDU haben uns ebenso wie Verbände, Wirtschaft und Kommunen in den vergangenen Jahrzehnten intensiv für diese neue Schienenanbindung eingesetzt. Stolpersteine und Probleme gab es immer genug. Aber jetzt machen wir endlich einen verbindlichen Schritt in die Realität.“
Zwei neue S-Bahn-Linien im 15-Minuten-Takt
Die grobe Planung sieht zwei neue Linien vor: Die S47 und die S39X sollen jeweils im Halbstundentakt fahren und sich zu einem dichten 15-Minuten-Takt ergänzen. Die S-Bahnen verbinden die südöstlichen Duisburger Stadtteile und den neuen Standort 6-Seen-Wedau direkt mit Düsseldorf und Duisburg. Auch die nördlichen Ratinger Stadtteile werden an das Netz angeschlossen.
Für die Erschließung entstehen fünf neue Stationen: Duisburg Sportpark-Nord, Duisburg-Wedau, Ratingen-Lintorf, Ratingen-Tiefenbroich und Ratingen-West. Ergänzend baut die Bahn Lärmschutzanlagen, Über- und Unterführungen, Oberleitungen sowie moderne Leit- und Sicherungstechnik.
Der Ratinger CDU-Vorsitzende Peter Thomas betont die Bedeutung für die Stadt: „Die Strecke ist für Ratingen und die gesamte Region von immenser Bedeutung. Man sieht ja an der S6 im Ratinger Osten – wenn sie denn fährt – welches Potenzial eine solche Bahnanbindung auch für den Westen unserer Stadt mitbringen kann. Lintorf, Tiefenbroich, West und Ratingen-Mitte bekommen mit der S47 eine direkte Anbindung an Düsseldorf und ins Ruhrgebiet.“
Zwei neue S-Bahn-Linien im 15-Minuten-Takt
Die grobe Planung sieht zwei neue Linien vor: Die S47 und die S39X sollen jeweils im Halbstundentakt fahren und sich zu einem dichten 15-Minuten-Takt ergänzen. Die S-Bahnen verbinden die südöstlichen Duisburger Stadtteile und den neuen Standort 6-Seen-Wedau direkt mit Düsseldorf und Duisburg. Auch die nördlichen Ratinger Stadtteile werden an das Netz angeschlossen.
Für die Erschließung entstehen fünf neue Stationen: Duisburg Sportpark-Nord, Duisburg-Wedau, Ratingen-Lintorf, Ratingen-Tiefenbroich und Ratingen-West. Ergänzend baut die Bahn Lärmschutzanlagen, Über- und Unterführungen, Oberleitungen sowie moderne Leit- und Sicherungstechnik.
Der Ratinger CDU-Vorsitzende Peter Thomas betont die Bedeutung für die Stadt: „Die Strecke ist für Ratingen und die gesamte Region von immenser Bedeutung. Man sieht ja an der S6 im Ratinger Osten – wenn sie denn fährt – welches Potenzial eine solche Bahnanbindung auch für den Westen unserer Stadt mitbringen kann. Lintorf, Tiefenbroich, West und Ratingen-Mitte bekommen mit der S47 eine direkte Anbindung an Düsseldorf und ins Ruhrgebiet.“
Netzentlastung und mehr Resilienz im Störungsfall
Die Ratinger Weststrecke verbindet Düsseldorf und Duisburg über Ratingen – eine Region, in der die bestehende Hauptstrecke zu den am stärksten belasteten Eisenbahnkorridoren Deutschlands zählt. Eine zusätzliche Verbindung würde die Flexibilität des Gesamtsystems deutlich erhöhen und im Störungs- oder Baustellenfall wichtige Ausweichmöglichkeiten schaffen. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von erhöhter Netzresilienz.
Die Ratinger Weststrecke verbindet Düsseldorf und Duisburg über Ratingen – eine Region, in der die bestehende Hauptstrecke zu den am stärksten belasteten Eisenbahnkorridoren Deutschlands zählt. Eine zusätzliche Verbindung würde die Flexibilität des Gesamtsystems deutlich erhöhen und im Störungs- oder Baustellenfall wichtige Ausweichmöglichkeiten schaffen. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von erhöhter Netzresilienz.
Gemäß Zielkonzept des VRR soll die S47X künftig die folgende Route bedienen:
Wuppertal – Remscheid – Solingen – Düsseldorf – Ratingen-West – Wedau – Duisburg.
Geschichte: Seit 1983 keine Fahrgäste mehr an Bord
Die Ratinger Weststrecke blickt auf eine lange Historie zurück. Bis 1983 fuhren hier noch Personenzüge, danach kürzte die Bahn den Verkehr auf den Abschnitt zwischen Duisburg Hauptbahnhof und Duisburg Entenfang ein. 2019 stellte die Bahn auch diesen Rest komplett ein. Seither wird die Trasse ausschließlich von Güterzügen genutzt. Städte, Kreis Mettmann und VRR setzen sich seit Jahren dafür ein, die gesamte Strecke wieder für den Nahverkehr zu öffnen – mit dem Ziel, Ratingen und den Stadtteil Lintorf endlich wieder an den Schienenpersonennahverkehr anzubinden.
Breites Bündnis treibt Projekt voran – doch Geduld ist gefragt
Hinter dem Vorhaben steht ein breites Bündnis: Neben VRR und DB InfraGO sind die Städte Düsseldorf, Duisburg und Ratingen sowie der Kreis Mettmann beteiligt. Alle Gebietskörperschaften haben bereits eine Kooperationsvereinbarung für die gemeinsame Zusammenarbeit geschlossen. Bei einem Auftakttermin am 25. Juni 2026 in Gelsenkirchen bekräftigten alle Beteiligten ihren Willen, das Projekt voranzubringen.
VRR-Vorstand Oliver Wittke formulierte es unmissverständlich: „Wir wollen dieses Projekt. Die Ratinger Weststrecke bietet große Chancen für den Schienenverkehr in der Region und alle Beteiligten unterstützen das Projekt und sind bestrebt, es voranzubringen.“ Die Planungen sollen eng mit den kommunalen Verkehrs- und Stadtentwicklungsplanungen in Ratingen und Duisburg abgestimmt werden. Die baulichen Maßnahmen werden nicht isoliert betrachtet, sondern als Bestandteil einer langfristigen Entwicklung von Mobilität, Wohnstandorten und Wirtschaftsflächen.
Eines stellen alle Beteiligten klar: Die Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf der Ratinger Weststrecke ist kein kurzfristig umsetzbares Vorhaben. Die jetzt gestartete Leistungsphase 1+ ist zunächst die Grundlage für alle weiteren Planungsschritte – von der detaillierten Bauplanung über Genehmigungsverfahren bis hin zur baulichen Realisierung. Wann Fahrgäste tatsächlich in die neuen S-Bahnen einsteigen können, bleibt offen. Die Unterzeichnung der Planungsvereinbarung ist jedoch das bislang stärkste Signal, dass die Reaktivierung ernst gemeint ist und nun planerisch durchstartet.